Flottes Nädelchen

Baumwolle – Ein “natürliches” Produkt?

@ wikipedia

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Trotz einer stetig wachsenden Zahl von verschiedenen Kunstfasern gehört Baumwolle auch heutzutage noch zu einen der beliebtesten Materialien für Kleidung jeglicher Art. Baumwolle zählt zu dem bedeutendsten Textilrohstoff der Welt. Ca. 50-60% der gesamten Texilproduktion an Pullover, Hemden, Hosen und Co.  stammen von Baumwolle.

 

Die Baumwollpflanze wächst in den tropischen bis subtropischen Gebieten der Erde. Die Hauptanbauländer sind China, Russland, Indien, Pakistan, Brasilien, Türkei, Ägypten, die USA und Argentinien.

Vorteil

Ein besonderer Vorteil von Baumwolle ist die besonders glatte Oberfläche der entstandenen Stoffe. Dadurch, dass bei Baumwolle nur wenige einzelne Fasern abstehen, fühlt sich die Kleidung besonders angenehm auf der eigenen Haut an.

Ein weiterer Vorteil den Baumwolle bietet ist auch die Tatsache, dass diese einen Großteil seines eigenen Gewichts in Wasser aufnehmen kann, ohne sich wirklich nass anzufühlen. So eignet sich Baumwolle ideal zur Herstellung von angenehm leichter Sommerkleidung. Weiterhin ist Baumwolle sehr reißfest. Die Reißfestigkeit wird oft durch eine zusätzliche Behandlung der Baumwolle verstärkt.

Anbau und dessen negative Begleiterscheinungen

Alleine die Tatsache, dass ein großer Teil der in Deutschland getragenen Baumwolle aus Indien kommt und dort für 1 kg Baumwolle mehr als 23.000 l Wasser eingesetzt werden, macht die Baumwollproduktion zu einem Umweltkiller. So werden weltweit  für die Baumwollproduktion jährlich ca. 250 Kubikkilometer Wasser benötigt – eine beachtliche Menge, wenn man bedenkt, dass diese Menge ausreichen würde um jeden Erdenbürger pro Tag mit 120 l Frischwasser zu versorgen!

Doch damit alleine sei es nicht getan. Zusätzlich steigern synthetische Dünger die Wuchsleistung. Die eingesetzten Herbizide entlauben die Pflanzen, damit die Samenwolle maschinell geerntet werden kann, und giftige Pflanzenschutzmittel sollen Baumwollkapselkäfer töten. So werden etwa ein Viertel der weltweit im Ackerbau eingesetzten Insektizide auf Baumwolle versprüht, obwohl diese nur 1/40 der Weltackerfläche bedeckt. Die Rückstände gelangen in Böden und Trinkwasser und letztendlich wieder beim Endkonsumenten: uns Menschen.

Neuer “Fortschritt”: genmanipulierte Baumwolle

Um den Hauptschädling, den Baumwollkapselbohrer, herr zu werden wird in Indien vorzugsweise genmanipulierte Baumwolle angebaut. Rund 90 Prozent der gesamten indischen Anbaufläche für Baumwolle stammt von Gen-Baumwolle. Dadurch wird der Einsatz von Herbiziden und Pestiziden drastisch gesenkt! Wer die gentechnisch veränderten Pflanzen anbaute, verliert weniger Ernte an Schädlinge. Da die Landwirte weniger Pestizide spritzen müssen, steigert sich ihr jährlicher Gewinn um bis zu 213 Dollar.

Eine neue Forschungsstudie der Universiät Göttingen besagt sogar, dass der Anbau gentechnisch veränderter Baumwolle in Indien die Ernährungssituation der dortigen Kleinbauern deutlich verbessert. Das liegt unter anderem daran, dass weniger Geld für Pestizide ausgegeben werden muss und das erwirtschaftete Geld alleine in die Verbesserung der eigenen Lebensumständen fließt.

Doch wie sieht es mit der Auswirkung auf die Umwelt aus? Auf die Artenzusammensetzung? Und auf uns Menschen? Das weiß bisher niemand.

Ein schwieriges Unterfangen…würde mal gerne eure Meinung dazu hören! Was haltet ihr von Genmanipulation? Klar, es ist unumstritten dass sie , wie so vieles auf der Welt, wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. Geld regiert die Welt! Aber wie sieht es mit Nachhaltigkeit aus? Wird hier nur an den aktuellen Profit gedacht, oder auch daran, welche ggf. negative Auswirkungen der Anbau genmanipultierter Pflanzen hat?

Euer Flottes Naedelchen

Weiterführende Links:

Anbau von Genbaumwolle in Indien verbessert Ernährungssituation von Kleinbauern

Block des Monats: Angebliche Biobaumwolle aus Indien ist gentechnisch verändert

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2 Kommentare zu “Baumwolle – Ein “natürliches” Produkt?

  1. Sunshine

    Also ich halte ja von Gentechnik nicht so viel. Gen-Baumwolle? Muss das wirklich sein? Das ist der erste Gedanke, der mir dabei kommt. Dann wirft sich mir aber auch gleich die nächste Frage auf: Wie erkenne ich Wolle aus Gen-Baumwolle? Es gibt ja keine Kennzeichnungspflichten für solch eine Wolle. An sich ist das ein sehr heikles Thema. Ich finde es gut, dass du dir auch über so etwas Gedanken machst. :)

    1. flottes Nädelchen

      Ja, eine Kennzeichnungspflicht fände ich extrem wichtig. Leider konnte sich das bisher nicht durchsetzen. Warum eigentlich nicht? Sicherlich deshalb, weil sonst niemand mehr gekennzeichnete Ware kaufen würde…

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